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Spielplatzoffensive Bad Tölz

icon.crdate13.11.2025
Ein inklusives Spielgerät erweitert den Spielplatz an der Albert-Schäffenacker-Straße.
Spielen mit allen Sinnen: Bei der neuen Sensorik-Arena an der Albert-Schäffenacker-Straße können Kinder nicht nur klettern. Bunte Extras laden zum Experimentieren ein und berücksichtigen dabei die körperlichen, kognitiven, sozialen und emotionalen Entwicklungsstufen der Kinder. Große Netze sind sowohl vertikal als auch horizontal gespannt und sorgen für spannende Kletterpartien und Treffpunkte zum Ausruhen. Drehbare optische Spieltafeln reflektieren das Licht, bunte Zugwandrollen fordern zum Ausprobieren von Mustern heraus, die schwingende Gondel lädt zum Schaukeln und Träumen ein. Eine Nestschaukel ist der zentrale Mittelpunkt des Kletterturms: Aufgrund der Positionierung im unteren Bereich können sich hier auch bewegungseingeschränkte Kinder selbständig hineinlegen und sind so mitten im Geschehen. Der Fallschutz aus einem wasserdurchlässigen, federnden Kunststoffboden (EPDM-Belag) lässt zu, dass selbst mit einem Rollstuhl das Gerüst umfahren werden kann und so kein Kind ausgenommen ist, die Spiel-Arena zu erkunden.
Das Klettergerüst hat ein Seitenmaß von rund 10 Metern, ist 4,15 Meter hoch und ruht auf fünf Kofferfundamenten. Fünf Bögen aus verzinktem Stahl bilden den Rahmen für die diversen Netze, bei denen das obere rund 7,50 Meter lang ist. Der untere Spielbereich steht Kindern allen Alters zur Verfügung, ab zirka fünf Jahren können auch die oberen Netze erklommen werden.
Der Kletterturm ist ein weiterer Schritt im Projekt „Bespielbare Stadt“, das federführend vom Tölzer Sozialplaner Franz Späth geleitet wird: „In Bad Tölz wurde immer wieder gefordert, unsere Spielplätze sollen inklusiver werden. Beim Spielplatz im Taubenloch wurden in einem Projekt mit einer Gruppe der Lebenshilfe mit bunten Farben optische Reize gesetzt, damit auch sehbehinderte Kinder das Gerüst nutzen können. Nun gibt es zusätzlich auf der Flinthöhe eine attraktive inklusive Spielmöglichkeit.“ In der Auswahl zum Spielgerät wurden im Vorfeld auch Anregungen vom Arbeitskreis Inklusion der Stadt Bad Tölz mit einbezogen: Das Gerät verbindet und „vernetzt“ miteinander, keiner ist außen vor, sondern mitten drin, ganz wie Inklusion sein soll. 95.330 Euro kosten das Gerät und der Fallschutz zusammen, hinzu kommen die Kosten für die Betriebshofleistungen.
Der Betriebshof hat die Aufstellung des Gerätes durch die Fertigung der Fundamente unterstützt und auch den Kunststoffbelag mit hergestellt. Warum darauf Fußabdrücke zu finden sind? „Wir haben das leider immer wieder“, erläutert Florian Schallhammer als Leiter des Betriebshofes: „Der Boden wurde vor Ort gegossen. Zum Aushärten hatten wir dann einen Bauzaun aufgestellt und mit Schlössern gesichert. Leider ist das für einige immer wieder die Aufforderung, die Sperre mit Absicht zu überwinden.“ Die durch die zu frühe Nutzung entstandenen Rinnen und Mulden stellen jedoch keinen Mangel da; nach einer gewissen Zeit muss der Boden ohnehin abgeschliffen werden, dann werden die Abdrücke nicht mehr sichtbar sein.

