Aktuelles
Kommunale Wärmeplanung
Erste Ergebnisse sind online, weitere folgen
In diesem Sommer mussten Kommunen mit über 100.000 Einwohnern ihre Wärme-planungen vorlegen. Kleinere Städte und Gemeinden, darunter auch Bad Tölz, haben zwei Jahre länger Zeit. Geregelt ist das im Wärmeplanungsgesetz (WPG).
Bereits 2025 beschloss der Stadtrat die Erstellung der Kommunalen Wärmeplanung für die Stadt und beauftragte damit das Kompetenzzentrum Energie EKO e.V. der Energiewende Oberland (EWO). Zwar verfügt Bad Tölz mit dem Energienutzungsplan von 2018, der Wärmeausbauplanung der Stadtwerke sowie einer stetig wachsenden Infrastruktur für Energieerzeugung und -verteilung bereits seit Jahren über wesentliche Grundlagen. Doch die Kommunale Wärmeplanung gemäß WPG sieht mehr vor.
Auf dem Weg dorthin liegen nun Analyseergebnisse vor: Diese geben für Bad Tölz
einen detaillierten Überblick über den Wärmeverbrauch in der Stadt sowie darüber, welche Energieträger heute eingesetzt werden (Bestandsanalyse). Außerdem zeigen sie mögliche erneuerbare Energiepotenziale auf, die in Bad Tölz im Rahmen einer
klimafreundlichen Wärmeversorgung genutzt werden können (Potenzialanalyse). Sämtliche Ergebnisse können auf der Homepage der Stadt unter stadt.bad-toelz.de/kommunalewaermeplanung eingesehen werden.
Auswirkungen der Kommunalen Wärmeplanung für die Tölzer
Die Kommunale Wärmeplanung ist in erster Linie ein strategisches Planungsinstrument. Eine verbindliche Ausbauplanung der Energie-Infrastruktur oder gar eine
Anschlussverpflichtung für Hauseigentümer oder Unternehmen ergeben sich daraus nicht. Allerdings kann sie Bürger, Immobilien-Eigentümer und Unternehmen dabei
unterstützen, fachlich fundiert Entscheidungen in Sachen Wärmeerzeugung zu treffen. So zeigt das Konzept beispielsweise vor der Anschaffung einer neuen Heizung
Optionen am jeweiligen Standort auf: Funktioniert hier Oberflächen-Geothermie, ist
ein Fernwärmeanschluss realistisch oder ist eine Wärmepumpe eine gute Lösung?
Der Fokus liegt auf erneuerbaren Energieträgern und zugleich auf Kosteneffizienz.
Im Referat des Geschäftsleiters Falko Wiesenhütter ist das Sachgebiet „Mobilität und Energie“ angesiedelt; er erklärt, wie es weitergeht: „In enger Abstimmung zwischen EWO, Stadt und den Akteuren vor Ort werden aktuell konkrete Ziel-Szenarien entwickelt und die Stadt in Wärmeversorgungsgebiete eingeteilt. Diesen Zwischenstand werden wir voraussichtlich im Herbst veröffentlichen.“ Sobald schließlich die Kommunale Wärmeplanung vorliegt, wird sie in öffentlicher Sitzung dem Stadtrat vorgestellt.
Hintergrund:
Mit dem nationalen Wärmeplanungsgesetz (WPG) verfolgt der Bund das Ziel, Deutschland bis 2045 klimaneutral zu machen. Als ein Hebel wurde die Wärmeversorgung identifiziert, die mit mehr als der Hälfte des Endenergieverbrauchs einen wesentlichen Teil des Treibhausgasausstoßes darstellt; im Gebäudesektor stammt nach wie vor Wärme in erster Linie aus fossilen Energiequellen wie Erdgas und Öl.
Die Energieinfrastrukturen sind lokal sehr verschieden. Das ist der Grund, warum die Pflicht zur Kommunalen Wärmeplanung an die Städte und Gemeinden ging und nicht zentral geregelt wird. Jeder Ort soll einen individuellen, regional sinnvollen Fahrplan entwickeln für eine verlässliche und von fossilen Brennstoffen weitgehend unabhängige Wärmeversorgung bis zum Jahr 2045.



